Vor etwa drei oder vier Jahren wachte ich eines Morgens auf und stellte fest, dass meine Beine plötzlich ungefähr doppelt so dick waren, wie ich es von mir kannte. Ich war sehr erschrocken. In der Nacht hatte ich zudem starke Beschwerden im Bereich des Herzens gehabt.
Aus dem, was ich medizinisch über solche Symptome wusste, lag für mich der Gedanke nahe, dass mein Herz möglicherweise nicht richtig arbeitete. Genau darauf richtete sich zunächst auch meine Aufmerksamkeit: auf das, was mein Körper mir scheinbar sagte, und auf die Angst vor dem, was dahinterstecken könnte.
Ich sprach darüber mit Nicole Ehrenhardt. Sie hat meine Aufmerksamkeit nicht weiter auf die Symptome gelenkt, sondern mich sehr ruhig wieder zu dem zurückgeführt, was sie mir immer wieder vermittelt hat: Was ist eigentlich die Wahrheit über den Menschen?
Wir haben uns damit beschäftigt, dass wir nach dem Verständnis der Christlichen Wissenschaft als Bild und Gleichnis Gottes nicht von einem unvollkommenen materiellen Zustand definiert werden. Entscheidend sei nicht das, was die Sinne gerade als Wirklichkeit präsentieren, sondern die geistige Wahrheit, die wir in unserem Bewusstsein festhalten.
Nicole hat mir geholfen, meinen Blick von dem scheinbar Unvollständigen weg und auf die Vollständigkeit zu richten. Nicht die Angst sollte bestimmen, was ich über mich denke, sondern das Verständnis, dass das Leben von Gott kommt und nicht von dem, was die äußeren Sinne mir gerade erzählen.
Ich habe mich darauf eingelassen und meinen Blick immer wieder nach innen gerichtet. Die Beschwerden gingen zurück, und schließlich war alles wieder in Ordnung. Ich bin damals nicht zum Arzt gegangen.
Was mir aus dieser Erfahrung besonders geblieben ist, ist die Erkenntnis, wie schnell ich mich von einem äußeren Erscheinungsbild bestimmen lasse – und wie anders sich etwas verändern kann, wenn ich meinen Blick bewusst auf das Geistige richte.
U. Schöfend
